29. September 2022

Vom Wannsee zum Klostersee – eine abwechslungsreiche Fahrt

Ein Bericht von: Anika Roder, WSC Klare Lanke, Berlin:

Der Sommer 2021 zeigte sich plötzlich von seiner besten Seite und die neuesten Lockerungen im Rahmen der Corona-Pandemie erlaubten erfreulicherweise wieder touristische Übernachtungen. Da wir zwei Kanutinnen des WSC Klare Lanke nicht nur den Sonntag, sondern auch noch den Montag frei hatten, kam uns spontan die Idee, eine Zwei-Tages-Tour zu machen. Um die zwei Tage auch vollständig zum Paddeln nutzen zu können, wollten wir auf eine Anreise mit dem Auto verzichten und stattdessen direkt vom Vereinssteg aus starten.

Eine im Internet gefundene Beschreibung des Emster Kanals machte uns diesen schmackhaft und so war schnell der Klostersee bei Kloster Lehnin als Ziel gefunden. Die im Jübermann aufgeführten Kontaktadressen der dortigen Übernachtungsmöglichkeiten waren leider nicht sehr aktuell, aber eine Suche über GoogleMaps schaffte Abhilfe und Caro vom Kanuverleih am Klostersee machte für uns die Übernachtung im dortigen Strandbad klar.

Wenige Tage vor unserer Fahrt kündigte der Wetterbericht für unseren ersten Tag plötzlich 5 Bft Nordwestwind mit 6er Böen an. Wir wollten uns die einmalige Gelegenheit trotzdem nicht entgehen lassen und so stiegen wir am Sonntag Morgen um 07.30 Uhr am Großen Wannsee in unsere beladenen Boote und machten uns entlang der Pfaueninsel auf den Weg zum Sacrow-Paaretzer-Kanal. Die Strecke über Potsdam und vorbei an Werder ist zwar nach Ketzin schöner als der Kanal, aber auch deutlich länger. Da wir mit einer Fahrtlänge von deutlich über 50 km rechneten, wollten wir weitere Umwege jedoch möglichst vermeiden – also wählten wir die etwas weniger interessante Strecke über den Kanal.

Insbesondere zum Sommeranfang hat jedoch auch der Sacrow-Paaretzer-Kanal seine Reize und die ersten 22 Kilometer bis zur Einmündung der von Werder einmündenden Havel kurz vor Ketzin vergingen – trotz streckenweise recht unangenehmen Gegenwindes – wie im Fluge. Der dortige gut ausgebaute Rastplatz mit kleinem Sandstrand begrüßte uns zu einem gemütlichen Frühstück, sodass wir anschließend gestärkt unseren Weg fortsetzen konnten.

Der Trebbelsee empfing uns aufgrund des Windes mit spaßigen Wellen, drückte unsere Durchschnittsgeschwindigkeit jedoch auch erkennbar hinunter.

Im weiteren Verlauf wartet die Havel mit vielen kleinen Ausbuchtungen, Inselchen und Altarmen auf, die geeignet waren, mich von meinem merklich schmerzenden Hinterteil abzulenken.

Bei der Abbiegung zum Emster Kanal ist die Durchfahrt der Krummen Havel sehr zu empfehlen, die sich auf kurzem Stück naturbelassen zum Emster Kanal schlängelt.avel 

Die Beschreibung des Emster Kanals war nicht übertrieben gewesen. Auf 15 Kilometer führt dieser sehr urige Kanal (der ursprünglich für den Ziegeltransport angelegt worden war) nach Kloster Lehnin. Dabei wechselt die Landschaft von Spreewaldidylle über boddenähnliche Seenlandschaft bis zu klassischen Brandenburger Seen. Die Vogelwelt wartete mit einer tollen Vielfalt auf. Greifvögel waren öfter zu sehen und sogar ein Seeadler kreuzte unseren Weg.

Nach knappen 57 Kilometer erreichten wir das derzeit noch geschlossene Strandbad am Klostersee und konnten den Tag mit Blick über den See entspannt ausklingen lassen. Der nächste Tag präsentierte sich zwar erfreulich windarm, die Strecke des Vortages steckte uns jedoch noch in den Armen. So genossen wir die tolle Landschaft zwar auch auf dem Rückweg, hatten aber besonders auf den letzten Kilometern etwas zu kämpfen.

Was bleibt, ist die Erinnerung an eine sehr schöne Kajaktour zu einem tollen Zeltplatz, die sicherlich nochmal wiederholt werden wird.