29. September 2022

Empfehlung: SUP-Tour Hangelsberg bis Erkner

Ein Bericht von Ulrich A., WSC KLare Lanke, Berlin

Stand-Up-Paddling (SUP) ist, wie der Name sagt, Paddeln und gehört zum Kanusport. SUP wird in Kanuvereinen betrieben, hier eine Empfehlung für ein SUP-Tour mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Aufblasbare SUPs, und das sind die am häufigsten verkauften, lassen sich in einem (großen) Rucksack transportieren und so problemlos in der Bahn mitnehmen. Der Hersteller meines SUP wollte zeigen, wie kompakt es sich verpacken lässt und hat den Rucksack so klein gewählt, dass ich nie wieder das Board, die Pumpe, und das Paddel in den Rucksack gekriegt habe. Deshalb bin ich mit Rucksack und einer zusätzlichen Tasche unterwegs.

Mit dem Regionalexpress RE1 Richtung Frankfurt/Oder geht es von Zoo, Hbf, Alexanderplatz oder Ostkreuz über Erkner nach Hangelsberg, Nur jeder zweite Zug hält in Hangelsberg, also kann man einmal jede Stunde fahren. In Hangelsberg läuft man entweder die Bahnhofsstraße nach Süden und fragt bei KanuSport Spree freundlich nach, ob man da aufbauen und einsetzen darf. Das ist etwa 600 m vom Bahnhof. Oder man biegt an der Kreuzung nach Osten in den Berliner Damm, dann kommt man nach etwa der doppelten Strecke an eine kleine Badebucht, wo man einsetzen kann. Die Spree hat hier (je nach Wasserstand)  etwa 1-2 km/h Strömung, das hilft beim Vorwärtskommen, aber man braucht nicht zu fürchten, irgendwohin ab- oder gegengetrieben zu werden. Sie ist hier für Motorboote gesperrt (außer Anlieger), das hat gleich zwei Vorteile: erstens ist es wunderbar ruhig, und zweitens ist das Wasser klar. Das Wasser kommt beim Wehr Große Tränke aus dem Oder-Spree-Kanal und ist zunächst genauso trüb wie dieser. Die 5 km zwischen Große Tränke und Hangelsberg, zusammen mit dem Motorbootverbot und der Strömung reichen aber, um das Wasser aufzuklaren, sofern nicht grade heftige Regenfälle im Einzugsgebiet der Spree vorangegangen sind. Die Spree ist hier 1m bis 1,5 m tief, und man kann bis zum Grund sehen, falls er nicht von Wasserpflanzen bewachsen ist. Nicht nur Wasserpflanzen lassen sich beobachten, auch Fische. Fische sind erstmal nicht sonderlich beunruhigt, wenn sich das Board nähert, aber wenn man das Paddel eintaucht, verschwinden sie blitzartig in den Schutz von Wasserpflanzen.

Nach Mönchswinkel, etwa 5 km hinter Hangelsdorf kommt eine Brücke und dahinter ein beliebter Wasserwanderrastplatz. Dies ist auch ein guter Platz zu Einsetzen, wenn man mit einem (oder zwei) Autos unterwegs ist. Kurz dahinter kommt die erste von mehren Rückverlegungen. EIn Durchbruch, der mal zu Trockenlegung der Wiesen die Spree begradigt und einen Mäander abgeschnitten hatte, ist zugeschüttet, grade damit die Wiesen wieder vernässt werden, zum Wohle von Grundwasser und Ökologie. Hier ist auch ein beliebter Badeplatz, der nur zu Fuß, mit dem Rad oder auf dem Wasser erreichbar ist. Die Spree fließt hier in Bögen, egal von wo der Wind kommt, man hat unter Garantie irgendwann Gegenwind, weil die Spree in jede Himmelsrichtung zumindest einmal fließt.

Bei Neu-Hartmannsdorf kommt die nächste Brücke, hier kann man wohl auch ein- oder aussetzen, aber nicht so bequem wie bei Mönchswinkel. Leider gibt es kein Gasthaus. Hinter Neu-Hartmannsdorf kommen noch zwei rückverlegte Mäander. Bei einem fährt man kurz durch einen „Tunnel“, ich fahre mit meinen 175 cm Körpergröße aufrecht durch, aber wer länger ist, muß eventuell den Kopf einziehen. Dann kommt die Autobahn A10 und kurz dahinter der Campingplatz Jägerbude. Auf dem Campingplatz ist der einzige Gasthof der Strecke, eigentlich günstig gelegen nach etwa zwei Dritteln der Strecke, allerdings war mir die Autobahn für eine Pause zu laut. 3 km weiter, in Neu-Zittau am linken Ufer ist in der Saison ein Kanuverleih, wenn der geöffnet hat, kann man dort zumindest etwas trinken. Die Stelle bietet sich auch zum Aussetzen an, wenn man motorisiert ist. Nach Neu-Zittau fließt die Spree langsamer, oder sind mir nur die Arme schwer geworden? Ein paar km weiter bietet sich rechts noch mal ein Pausenplatz an. Ab hier gehört die Spree nicht mehr zu Brandenburg, sondern zu Berlin, und nun sind Motorboote erlaubt. Man merkt, dass das Wasser gleich trüber ist. Rechts tauchen dann Häuser und Wochenendhäuser auf, und da ich am Wochenende unterwegs bin, höre ich von links die Musik der Partyflöße auf dem Gosener Kanal. Die Spree mündet in den Dämeritzsee, ich halte mich am rechten Ufer Richtung Erkner und quere am Ausgang des Sees auf die linke Seite. Die Uferpromenade östlich des Stadthafens hat eine Uferbefestigung aus Holzpfählen, die auch freundlich niedrig sind, hier setze ich aus. Der Rasen eignet sich gut zum Zusammenpacken. Von hier sind es etwa 300 m bis zum Regionalexpress oder bis zur S-Bahn.

Einsetzen:

Hangelsberg, KanuSport Spree oder Badestelle Berliner Damm/Hauptstraße

Aussetzen:

Erkner, Dämeritzsee/Löcknitz Uferpromenade vor Brücke Friedrichstraße

Strecke:

ca. 29 km (ab Badestelle), ca 5 Stunden plus Pausen.

Einkehrmöglichkeit:

Campingplatz Jägerbude

Pausenmöglichkeiten:

viele

Abkürzung:

Hangelsberg bis Neu-Zittau. ca, 23 km. Dies ist der schönere Teil der Strecke. Allerdings ist Neu-Zittau nicht besonders gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, alle zwei Stunden fährt ein Bus nach Erkner.