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Geschichte

Wassersport-Club Klare Lanke 1950 e.V.

Die ersten Jahre

Bootshaus GundermannIm September 1950 gründete eine Gruppe von Wassersportlern auf dem schwimmenden Bootshaus „Zum Goldenen Anker“ den „Wassersport-Club Klare Lanke 1950 e.V.“ Die Gruppe bestand aus Paddlern, Seglern und Motorbootsportlern. Die ersten Jahre waren geprägt von der ständigen Sorge um ein Domizil.

Schon im September 1952 musste das Bootshaus „Zum Goldenen Anker“ verlassen werden. Sämtliche Versuche ein eigenes Grundstück und Bootshaus zu erlangen, schlugen damals fehl.

Deshalb wurden Bootsstände auf dem kommerziellen, schwimmenden Bootshaus gepachtet. Aber trotz der steigenden Mitgliederzahl, bis auf 67 Ende 1954, musste im Frühjahr 1955 erneut eine neue Bleibe für den Club gesucht werden. Zwar wurden die Bemühungen um ein eigenes Bootshaus nochmals intensiviert, waren aber noch immer nicht erfolgreich. Da auch im Bereich des Großen Wannsees kein Bootshausbetrieb bereit war, den Club zur Pacht aufzunehmen, musste zum Pohlesee jenseits der Wannseebrücke ins Bootshaus „Gundermann“ umgezogen werden. Leider waren die Räume und Bootsstände recht unzureichend und besonders schmerzlich war, dass die Segler nicht zum Pohlesee folgen konnten.

Zum 10-jährigen Vereinsjubiläum im September 1960 war die Mitgliederzahl auf über 80 gestiegen. Aber nur unter lnkaufnahme einer erheblichen Pachterhöhung konnte im Frühjahr 1962 ein erneuter Wechsel der Clubheimat vermieden werden. Vielleicht waren es allerdings auch diese Schwierigkeiten von außen, die dafür sorgten, dass der Zusammenhalt unter den Mitgliedern vorbildlich war. Auch in den 60er Jahren war der Vorstand ständig darum bemüht, den Traum vom eigenen Bootshaus doch noch in die Tat umzusetzen. Aber erst im Frühjahr 1969 zeigte sich ein erster Holfnungsschimmer. Durch Zusicherungen des Landessportbundes (LSB) und nunmehr verbindlichere Zusagen des Bezirksamtes Zehlendorf sollte der Wassersportciub Klare Lanke bei der Vergabe von Grundstücken am Großen Wannsee an mehrere Sportvereine im Sommer 1970 bestimmt berücksichtigt werden.

Endlich, im Mai 1971, wurde dem Club das Grundstück Colomierstraße 1 fest zugesagt. Ein altes Gebäude, ehemals Kutschenremise, Pferdestall und Gesindehaus einer Villa, auf etwa 3.000 m2 Gelände sowie ein schmaler Zugang zum Wasser waren als Clubdomizil vorgesehen. Besonders am Haus hatte der Zahn der Zeit deutliche Spuren hinterlassen. Dies tat aber der Freude über das eigene Clubhaus keinen Abbruch. Endlich waren wir unserem Ziel ganz nahe.

Trotz der geschilderten Schwierigkeiten bei der Unterbringung des Clubs in den Anfangsjahren waren die Mitglieder immer sportlich aktiv. Das Schwergewicht lag auf dem Wandersport. Diese Zielrichtung wird bis auf den heutigen Tag beibehalten. Wander-, Gemeinschafts- und Wochenendfahrten führten und führen bis heute zu körperlicher Ertüchtigung und fröhlicher Gemeinschaft. Der Club konnte, auch unterstützt durch Spenden, eine Reihe von vereinseigenen Booten anschaffen und auch den jugendlichen Mitgliedern, deren Zahl ständig stieg, bei der Beschaffung eigener Boote helfen.

Aufbau des Bootshauses in der Colomierstraße 1 …..

Colomierstr_1Nach Erledigung der notwendigen Formalitäten begann im Februar 1972 der Aus- und Umbau des Gebäudes und die Gestaltung des Geländes. Viele Stunden emsiger Arbeit verwandelten in den nächsten Monaten die Kutschenremise in eine Bootshalle für Kajaks und den ehemaligen Pferdestall in einen Aufenthaltsraum. Bereits im März 1972 konnten wir vom Boots-haus „Gundermann“ an unseren neuen Standort ziehen.

Am Ufer am westlichen Grundstücksrand der Liebermann-Villa wurde eine Steganlage mit Liegeplätzen für Segelboote errichtet. So konnten wir wieder, wie nach der Gründung des Vereins, eine Gruppe von Seglern aufnehmen. Dieses Nebeneinander unterschiedlicher Wassersportler haben wir bis in die Gegenwart beibehalten können. Die erste Weihnachtsfeier im Dezember 1972 im eigenen Bootshaus kennzeichnete einen ersten wesent-lichen Abschnitt des Umbaus.

Doch es war noch viel zu tun. Jugendraum, Duschen, Toiletten, Schrank- und Umkleideräume sowie ein Parkplatz wurden geschaffen. Das Dach musste umgedeckt werden. insgesamt wurden für den Umbau von den Mitgliedern 8.780 Arbeitsstunden geleistet, um aus dem Gebäude und Gelände das Vereinsheim des „Wassersport-Clubs Klare Lanke 1950 e.V.“ zuschaffen. Es wurde zum 25-jährigen Vereinsjubiläum im September 1975 offiziell eingeweiht.

Der Verein hat in den darauffolgenden Jahren, vor allem dank der vorausschauenden Vorstandsarbeit, ruhigere Zeiten erleben dürfen. Wir wussten, wo wir hingehören, wenn auch der Unterhalt des Geländes mit viel Arbeit verbunden ist. Nach wie vor werden sehr viele Arbeiten für Unterhalt und Renovierung des Gebäudes und Geländes durch Eigenarbeit der Mitglieder erledigt. Auch das ist eine Tradition des Vereins. Nur so war und ist es möglich, dass sich das Vereinsheim in dem Zustand präsentiert, wie wir es heute erleben und bewundern können. Wir hoffen, dass wir und alle unsere Gäste sich noch lange auf diesem schönen Gelände wohl fühlen können.

… und dessen Nutzung

Während die Jahre 1971 – 1975 genutzt wurden, um die Remise des ehemaligen Langenscheidt-Anwesens für die Zwecke des Vereins auszubauen und nutzbar zu machen, waren die nachfolgenden Jahre vom Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes geprägt. Am meisten Sorgen bereitete uns das aufwendig konstruierte Dach. Bei Bezug des Gebäudes war aus finanziellen Gründen nur eine notdürftige Instandsetzung möglich, eine Erneuerung der über 80 Jahre alten Dacheindeckung war jedoch unumgänglich. Erschwert wurde diese Aufgabe durch die in Berlin unübliche Ziegelform, die vom Landeskonservator bei einer Erneuerung der Dacheindeckung wieder gefordert wurde. Mit finanzieller Unterstützung des Landeskonservators und der Senatsverwaltung für Jugend und Sport wurde Anfang der 80er Jahre die komplette Dacheindeckung erneuert sowie die Zinkeindeckungen und die Dachrinnen ausgewechselt. Die Gesamtkosten betrugen seinerzeit ca. 84.000 DM.

Als weiteres Problem stellte sich nach 1990 die enorme Zunahme des Wildschweinbestandes in Wannsee heraus. Diese ehemals typischen Waldtiere drangen immer häufiger in bewohnte Bereiche vor und machten auch vor unserem Grundstück nicht halt. Die vorhandene Einfriedung aus Maschendraht hielt diesen Tieren nicht stand. Um Kinder und Mitglieder vor eventuell unangenehmen Zusammenstößen mit den Wildschweinen zu schützen, wurde die vorhandene Zaunanlage 1998 durch einen Wildschutzzaun ersetzt.

Die Mitglieder sind auf ihr schönes Vereinsdomizil sehr stolz, obwohl die durch das Alter des Gebäudes und den Denkmalschutz bedingten hohen Aufwendungen die Vereinskasse sehr belasten. Insbesondere war zu bedauern, dass eine mündliche Zusage des ehemaligen Leiters des Sportamtes Zehlendorf, dass die Kosten für die Dacherneuerung bei der Bemessung der Pacht in dem ab 1997 in Kraft getretenen Pachtvertrag Berücksichtigung finden würden, nicht eingehalten wurde.

ln den vergangenen Jahren war der Erwerb der gepachteten Grundstücke durch die Sportvereine am Wannsee im Gespräch. Auch unser Verein hat ein Interesse am Kauf des Grundstücks. Die derzeit zur Diskussion stehenden Quadratmeterpreise lassen einen Kauf für unseren Verein jedoch nicht zu. Wir hoffen weiterhin, dass sich LSB und Senat auf Bedingungen verständigen, die es auch Vereinen mit normaler Mitgliederstruktur ermöglichen, die zur Zeit gepachteten Grundstücke käuflich zu erwerben, um den Mitgliedern damit langfristig eine Zukunft zu geben.